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26. November 2006 - 18:12

things you CAN’T do when you’re NOT in a pool

Eigentlich hatte ich mir vorgenommen, keine Links nach “youtube” anzulegen, nur weil mir dort ein Video gefallen hat, aber was soll’s.

Ich lege einfach eine neue Kategorie – “was ich lustig finde” – an und schon ist aus dem Bruch eines Vorsatzes, eine Institution geworden:

Things you CAN’T do when you’re NOT in a pool

 

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Autor: Dirk Mochalski
 


24. November 2006 - 22:13

vom Überlebenswillen des Perlhuhns

Christian Morgenstern:
Das Perlhuhn
Das Perlhuhn zählt: eins, zwei, drei, vier…
Was zählt es wohl, das gute Tier,
dort unter den dunklen Erlen? Es zählt, von Wissensdrang gejückt,
(die es sowohl wie uns entzückt):
die Anzahl seiner Perlen.

Im Gegensatz zum Willen zur Macht, den Nietzsche, als einziges der Natur zugrunde liegendes Gesetz, konstatierte, scheint das Perlhuhn (genauer das Helmperlhuhn – Numida meleagris) mit einer außerordentlichen Lebens– oder Todesgleichmut und gleichzeitig mit einem unbändigen Überlebensglück ausgestattet. Viel stärker, als bei jedem Kind vorhanden oder einem Besoffenen beigemessen, ist das Perlhuhn einerseits unglaublich doof und andererseits nahezu untötbar.

Jeder Motorradfahrer kann wahrscheinlich bestätigen, dass er zwar Perlhühner, dösend, tapsend oder auf der Strasse herumirren sah, es aber noch nicht fertig brachte, eines dieser Tiere zu überfahren.

Erinnern Sie sich an die alten Slapstickfilme:
Ein Mann steht irgendwo herum und ist mit irgendwelchen „Dingen“ beschäftigt. Er verbringt seine Zeit mit wichtigen Tätigkeiten wie: Träumen, Frauen hinterher sehen, Zeitungslesen oder auch nur dösig in der Gegend herumstehen.
Als nächstes sieht der allwissende Zuschauer ein Unheil auf ihn zukommen:
Ein Klavier fällt herab, ein Auto ohne Bremsen rast auf ihn zu, ein Bandit versucht ihn, mittels einer Pistole, zu erschießen.

Jedermann denkt, dass es nun aus ist mit dem „Helden“ (in Wirklichkeit denkt das natürlich niemand mehr, denn man kennt solche Filmsituationen und weiß: der Held überlebt). Ich meine diese Filme, in welchen der „Held“ im letzten Moment einen Schritt zur Seite tritt und das Auto ihm nicht schaden kann, er die Zeitung zuschlägt, sich auf den Weg macht und das Klavier trifft ihn nicht, etwas aufhebt und dem Schuss ins Herz entgeht.
Der Held wird wahrscheinlich niemals erfahren, dass er beinahe erschlagen, erschossen oder von einem Auto überfahren wurde.
Noch viel weniger erfahren wird er, dass er an einer bestimmten, unangemessen großen, Zerstörung von Leben oder öffentlichem Eigentums schuld ist. Die Kugel trifft, statt seiner, einen Passanten. Das Klavier erschlägt den gerade aus dem Zoo entlaufenden Löwen, das Auto überfährt zwar nicht den Helden, zerstörte aber durch den beibehaltenen Schwung eine Reihe von Marktständen, stößt einen Maler von seiner Leiter und zu guter Letzt stößt das Auto direkt durch eine Wand in den Tresor der Bank der Stadt, so dass sich jeder an den frei herumfliegenden Geldscheinen bedienen kann. Der Held aber, weiß nichts von seiner „Schuld“ und geht kopfschüttelnd, über so viel Unvernunft der Anderen, durch das Chaos seiner Wege…

Genauso verhält sich ein Perlhuhn!
Bloß lächeln diese blöden Viecher nicht. Zumindest konnte ich noch nicht sehen, ob der viel zu kleine Schnabel an dem viel zu kleine Kopf mit dem viel zu kleinen Gehirn zu einem Lächeln verzogen ist, wenn ich, mal wieder schlingernd, einem Beinahezusammenstoss mit einem Perlhuhn entgangen bin.

Der Witz ist, dass, selbst wenn man seinen Reflexen nicht nachgibt und auf solch ein Tier zuhält, dieser Vogel, kurz bevor er den tödlichen Stoß erhält, den besagten Schritt bei Seite macht. Man selbst schlingert, das Motorrad gerade noch haltend, völlig überrascht von dieser unerwarteten Reaktion, die Strasse entlang. Im Rückspiegel meint man das Perlhuhn davon watscheln zu sehen…

Hat es nicht eben mit dem Kopf geschüttelt?!

 

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22. November 2006 - 21:38

über das Innenleben einer Krähe

Wie denkt eigentlich eine Saatkrähe (Corvus frugilegus) über den Regen?
Am Sonntag fuhr ich eine längere Strecke, mit meinem Motorrad durch den Regen und fühlte mich nass, mies und ungemütlich. Ich hatte nasse Hände und nasse Füße und nach geraumer Zeit wurde mir auch noch kalt kalt!

Irgendwann hüpfte eine Krähe über die Straße.

Später nahmen ein paar weitere Krähen ein Festmahl ein. Dies geschah abermals auf der Strasse: Ein Hase (oder eine Katze oder ein Hund – man konnte es nicht mehr genau erkennen) lag totgefahren dort und wurde den Vögeln zur Mahlzeit.

Diese Vögel hatten eins gemein, sie sahen weder betrübt, noch traurig aus, keiner dieser Krähen schien schlecht gelaunt zu sein und sie hatten anscheinend auch keinen Grund sich über das Wetter zu beklagen.

Das war wieder einmal einer dieser Zeitpunkte, wo sich mir wieder eine dieser Fragen stellte.

Ich meine die Art von Fragen, die man sich besser nicht stellt, da man sowieso keine Antwort bekommt, wenn man sie sich nicht selber gibt:

„Wie fühlt sich eigentlich solch ein Vogel bei diesem Wetter?“

Ich meine das absolut subjektiv: wie erlebt ein Vogel eigentlich die Welt als Ganzes, und, im Speziellen, solch ein mieses, ekelhaftes, schmuddeliges, nasskaltes Wetter, wie es am vergangenen Sonntag stattfand? (auf das tote Tier auf der Straße komme ich in einem anderen Artikel zu sprechen)

Obwohl mir klar ist, dass man sich nur täuschen kann, wenn man versucht, sich in einen Vogel zu versetzen, denke ich, dass man sich dennoch dadurch ein Bild davon machen kann, welch eine Wahrnehmung der Welt einer Krähe, ein Mensch hätte, wenn er anstelle des Vogels wäre. Das ist doch auch was.

Ich finde es nicht leicht, mich sich in einen Vogel zu versetzen, denn erstens, kann ich nicht fliegen – was ich für einen echten Makel halte – und zweitens, ist ein Vogel mit (wie schon indirekt angemerkt) einem völlig anderen Körper als dem meinen und in einer völlig anderen Lebenswelt als der meinen.
Wie also, hätte ich eine Chance, mich in einen Vogel hineinzudenken, ohne auf den Holzweg zu geraten und auch nur das Geringste zu verstehen? Das Ganze, wo ich doch meistens schon Mühe habe, mein menschliches Gegenüber zu verstehen?

Es wird wahrscheinlich nicht funktionieren.
Ich werde mich dennoch in eine Vogel hineindenken, weil ich, verdammt noch mal, wissen will, warum diese doofen Krähen so fröhlich aus der Wäsche schauen, während ich bibbere und friere.

Meinem „Vogelverstehen“ lege ich folgende Hypothesen über die Lebenswelt und das Leben einer Krähe zugrunde:

  1. Eine Krähe besitzt keine Wohnung mit Heizung. (!)
  2. Sie nimmt keine regelmäßigen und ausgewogenen Speisen zu sich.(!!)
  3. Sie hat kein Bedürfnis nach Konversation, (?) (obwohl ich mir da nicht so sicher bin – schließlich ist eine Krähe ein intelligenter Vogel, und führt ein „geselliges“ Leben – diese These ziehe ich also zurück.)
  4. Eine Saatkrähe lebt monogam.

    (Mittwoch, 22.11.2006, 20.22Uhr, http://de.wikipedia.org/wiki/Saatkr%C3%A4he#Fortpflanzung_und_Brut )

  5. Sie isst (auch) Regenwürmer.

Nun, ich denke, diese Prämissen kann man so stehen lassen und mich weiter meinem Ansinnen nähern, die Krähen zu verstehen. Folgendes schließe ich aus den oben genannten Prämissen:

Ein Wesen, das keine Wohnung und keine Heizung besitzt, wird den Unterschied zwischen „Drinnen“ und „Draußen“ nicht kennen und somit, das „Drinnen“ dem „Draußen“ nicht vorziehen (wollen). Also wird ein verregneter Tag, für eine Krähe nicht so unangenehm sein, wie für mich.
Das ist schön für die Krähe.
Zwar wird eine Krähe zwischen „Nass“ und „Trocken“ unterscheiden können, genauso zwischen „Kalt“ und „Warm“, aber eine Krähe ist nicht solchen Temperaturschwankungen, wie der Mensch ausgesetzt und wird, in Folge dessen, die Kälte und Unwirtlichkeit nicht als derart unangenehm wahrnehmen, wie unsereins. Außerdem ist eine Krähe, sozusagen von Natur aus, besser angezogen als wir Menschen. Das bedeutet dann wohl, dass die Krähe sich eventuell etwas besser fühlt, wenn es wärmer ist, aber den Unterschied zwischen nasskalt und sommerlichwarm wird sie nicht derart verspüren, wie ich auf dem Motorrad, mit durchgeweichten Klamotten.

Obwohl eine Krähe sich nicht von regelmäßigen, mit Geschmacksverstärkern versehenen, Mahlzeiten ernährt, wird sie so etwas wie „Lieblingsnahrung“ haben… …zum Beispiel Regenwürmer…
Außerdem denke ich, dass die Funktion des Hungers, bei allen Wesen gleich oder ähnlich sein wird: Hunger ist ein unangenehmes Gefühl, dass befriedigt werden will. Das Wesen (die Saatkrähe) wird bei der Befriedigung, so etwas wie „Lust“ „Glück“ oder einfach „Befriedigung“ erfahren.

Also kann man, denke ich, der Krähe Lust oder lustvolles Handeln unterstellen.

Ich bin mir nicht sicher, ob eine Krähe bewusst Lust provozierende Handlung unternimmt:
Zum Beispiel das Hinausschieben des Hungers, um die Lust der Befriedigung stärker zu erfahren.
Ich bin mir nicht einmal sicher, ob eine Krähe sich, auf irgendeine Art und Weise, bewusst darüber ist, was sie tut, wenn sie ihre Lust befriedigt.
Vielleicht weiß sie aber doch davon und dann funktioniert es bestimmt etwa so:
Eine Krähe hat Hunger und denkt:
„[…] ah, ja, das Gefühl hatte ich neulich schon mal, da haben die kleinen Krabbelkäfer am besten geholfen, aber irgendwie war es viel toller, als ich die dicken Würmer gegessen habe, obwohl ich dann viel längern buddeln und wühlen musste, was ich eigentlich nicht so gerne mache, aber um der leckeren Würmer willen […]“ und so weiter und so fort. (…womit ich – der Autor – nicht unterstellen möchte, dass Käfer besser schmecken als Würmer, oder umgekehrt…). Das bewusste Erleben von Mangel- Befriedigungs- Lustsituationen setzt eine Menge weitere mögliche Handlungen in Bereitschaft, die eventuell zum Zuge kommen (wollen).
Rekapitulierend kann ich annehmen, dass eine Krähe zumindest dem Futter grundsätzlich zugeneigt und einer bestimmten Art von Futter stärker zugeneigt sein wird, auch wenn sie sich dessen (wahrscheinlich) nicht bewusst ist (obwohl ich für letzteres nicht meine Hand ins Feuer legen würde).

Eine Krähe kann andere Wesen „wertschätzen“. Zumindest lebt sie in monogame Beziehungen. Da kann ich den Schluss ziehen, dass sie ein bestimmtes Gegenüber mehr wertschätzt, als andere Artgenossen.
Krähen lassen sich auch an andere Wesen binden als an ihresgleichen.
Das ist dann wohl ein Verweis auf… ja, auf was eigentlich… Krähen lassen sich Binden, also kann man ihnen so etwas wie „soziales Verhalten“ zuschreiben. Ich will soweit gehen und ihnen Zuneigung, und somit eine weitere Art von Gefühlen, unterstellen.

Um das Ganze hier nicht zu lang werden zu lassen, werde ich meine Überlegungen an dieser Stelle unterbrechen und resümieren:

Ein Rabenvogel, genauer gesagt eine Saatkrähe (Corvus frugilegus), ist zu vielerlei Gefühlen fähig. So kann man annehmen, dass sie Hunger hat und ihn stillen will. Das kann ich gut verstehen – ich habe selber ständig Hunger…

Weiter kann man annehmen, dass sie zu sozialen Gefühlen fähig ist. Ich nenne das mal Liebe, in Erinnerung daran, dass man die „Liebe“ des Menschen auch nicht wirklich definieren kann – höchstens als einen neurotischen Zustand, der vom Ungleichgewicht verschiedener Hormone hervorgerufen wird. Warum sollte es so etwas nicht auch bei den Krähen geben.

Außerdem mag eine Krähe Würmer. An einem regnerischen Tag haben Würmer die Eigenart, aus der Erde gekrochen zu kommen, um den Tod durch ertrinken zu entgehen. Krähen müssen sich an solchen Tagen also kaum anstrengen, um sich den Magen vollzuschlagen. Zudem haben Autos längere Bremswege und Autofahrer eine schlechtere Sicht, so dass es gehäuft zu tödlichen Unfällen mit „Kleinwild“ kommt – woran sich die Krähen abermals gütlich tun können.

Ergo:

Ein regnerischer Tag, ist für eine Krähe, wie ein Festmahl mit Freunden, in einem leicht unterkühlten Raum… …Ich glaube aus einer tieferen Freundschaft zwischen mir und einer Krähe wird wohl, aus nahe liegenden Gründen, nichts werden…

In meinem nächsten Beitrag will ich mir über das “Kleinwild”, wie Hase, Katze, Hund und deren Gefühlswelten, kurz bevor sie überfahren werden, Gedanken machen…

 

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21. November 2006 - 17:49

Wer die Schuld am Amoklauf trägt…

Es kann nicht ernst gemeint sein, dass jetzt, nachdem ein Jugendlicher (mal wieder) durch eine Schule ging und versuchte seine Lehrer und die Schüler der Schule (mit) in den Tod zu reißen, ein Verbot von Computerspielen als Lösungen angeboten wird… (Niedersachsens Innenminister Uwe Schünemann, CDU, http://www.tagesschau.de/aktuell/meldungen/0,,OID6112564_REF1,00.html, Dienstag, 21.11.2006, 17.05 Uhr)

Also bitte!

Noch billiger geht es doch wohl kaum!

Wer wollen Sie denn mit solch einer Forderung verhöhnen, Herr Schünemann?

Glauben Sie denn allen Ernstes, dass der Schüler aus Emstetten nicht Amok gelaufen wäre, wenn er nicht „Counter-Strike“ gespielt hätte?

Vielleicht hätte er nicht so gut getroffen…?

Gut, ich mag diese Spiele auch nicht und sie sind bestimmt nicht gut für Kinder und Jugendliche, aber das riecht doch stark nach der Sündenbockmethode…:

Wir stehen einer Tat hilflos gegenüber und es wird verlangt, dass etwas getan wird. Also verlangen wir das Verbot von Kampfspielen und hoffen, dass vielleicht noch bestimmte ZEITUNGEN mit auf diesen Zug springen, denn denen obliegt die Bildung der Bürger.

Wir verlangen also, dass etwas verboten wird, das garantiert nicht verboten werden kann, da es schon viel zu verbreitet ist und die Kanäle zur Verbreitung viel zu undurchsichtig sind. Aber, wir haben dadurch eine Legitimation uns die Hände in Unschuld zu waschen, falls wieder einmal jemand schießend durch die Gegend rennt:
„Ha, ich habe es doch gesagt, diese Computerspiele verleiten die Jugend zum Amoklaufen – ja, und leider, wir haben wirklich alles getan, aber das Verbieten hat nicht viel geholfen… die Raubkopien, die Raubkopien… …nun ist der Bürger gefragt…“

Ziel sei ein Herstellungs- sowie ein Verbreitungsverbot, sagte ein Sprecher des Ministeriums in Hannover. Ein Herstellungsverbot sei zwar schwer umsetzbar, da der Großteil der “Baller-Spiele” im Ausland programmiert werde. Ein Verbot zur Verbreitung in Deutschland sei allerdings ein wichtiger erster Schritt.
(http://www.tagesschau.de/aktuell/meldungen/0,,OID6112564_REF1,00.html Dienstag, 21.11.2006, 17.05 Uhr)

Ein Verbot zur Verbreitung von etwas, sei es Musik sei es ein Videospiel, hat schon immer zu stärkeren Verbreitung desselben geführt. Aber darum geht es ja nicht, oder? Es geht doch wohl eher darum, etwas zu tun, damit der Bürger sieht, dass jemand etwas tut. Was getan wird, ist letztendlich egal…

Vielleicht ist es ja tatsächlich so, dass solche Spiele bei Tätern solcher Couleur gefunden werden, und vielleicht unterstützen solche Spiele ja auch den Entschluss in eine Schule zu gehen und Menschen totzuschießen….
Aber, irgendwie will ich nicht glauben, Herr Schünemann und Herr „Sprecher des Ministeriums“, dass ein Mensch, auf den man aufgepasst hat, den man mit seinen Ängsten und Problemen in der Schul– und während der Pubertätszeit nicht allein gelassen hat, dessen Eltern nicht von ständiger Arbeitslosigkeit bedroht werden und dennoch „Counter-Strike“ spielt, wild schießend durch seine ehemalige Schule rennen würde…

Es ist natürlich leichter, Spiele zu verbieten, als kleinere Klassen in Schulen anzubieten, wo auffällige Jugendliche eventuell eine Chance hätten.

Es ist natürlich auch leichter, als jungen Menschen mit schlechten Schulnoten, eine Perspektive in unserer Gesellschaft anzubieten.

Und, natürlich ist es leichter als zuzugeben, dass die Gesellschaft versagt hat.

Man könnte die Forderung nach einem Verbot für “Killer-Spiele” auch als “einfältige Forderung” bezeichnen, Herr Schünemann.
(http://www.tagesschau.de/aktuell/meldungen/0,,OID6112564_REF1,00.html Dienstag, 21.11.2006, 17.05 Uhr)

Sollte man sich nicht die Frage stellen, warum es einer Gesellschaft nicht gelingt, ihren Mitgliedern beizubringen, dass man sich nicht gegenseitig tötet?! Kann es sein, das wir uns zu sehr an unsere dicken Bäuche gewöhnt, uns in die Kultur des Wegsehens eingefügt haben?

Ich kann mir nicht vorstellen, dass jemand, der zu einer Waffe greift, nicht vorher Unerträgliches durchgemacht haben muss, um auf die Idee zu kommen, seine Lehrer und Mitschüler zu erschießen. Es ist geradezu zwangläufig notwendig, dass dieser Mensch stark verletzt wurde, und, dass andere Menschen es gesehen haben. Denn, egal wie klein die Grenze vom Normalen zum Amoklauf ist. Er wird nicht so dumm sein, sich in den Tod zu begeben und andere mitzunehmen, wenn er nicht einen unguten Grund hatte – oder dorthin getrieben wurde.

„Für die, die es noch nicht genau verstanden haben: Ja, es geht hier um Amoklauf! Ich weiss selber nicht woran ich bin, ich weiss nicht mehr weiter, bitte helft mir.”
(http://www.wdr.de/themen/panorama/21/schule_emsdetten/… Dienstag, 21.11.2006, 17.05 Uhr)

 

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17. November 2006 - 23:35

Sprachlos

Diese Nachricht konnte ich zuerst nicht glauben, später hielt sie für einen schlechten Witz…:

Amerika schafft den Hunger ab

35 Millionen US-Amerikaner gehen hungrig ins Bett. Das geht aus dem vom Landwirtschaftsministerium in Washington vorgestellten “Hungerbericht” hervor. Doch “Hunger” gibt es in den USA gar nicht mehr. Offiziell leiden diese Menschen an “Nahrungsmittelunsicherheit”.
http://www.tagesschau.de/aktuell/meldungen/0,,OID6104578_REF1,00.html (Freitag, 17. November 2006, um 23.00 Uhr )

Dann fiel mir aber ein, dass es in Deutschland ja auch keine Schichten, zumindest keine Unterschichten, mehr gibt…

Warum sollten die Amerikaner dann nicht auch ihren Hunger abschaffen?

Kommt doch vor, das ist doch schön…

Wer soll mit solchen Diskussionen eigentlich hinters Licht geführt werden?
Die Obdachlosen, die durch den Einwegplastikflaschenpfand, zumindest in Deutschland, endlich, nicht nur ein lukratives Einkommen, sondern auch noch eine Vollzeitbeschäftigung bekommen haben?
(Wie ich durch einen Kommentar begreifen musste, gibt es gar nicht mehr Obdachlose als vor ein paar Jahren, es sind auch keine armen Menschen, die in Mülltonne herumwühlen, sondern Menschen, die ihrem Tagwerk nachgehen, indem sie achtlos und falsch weggeworfene Einwegplastikpfandflaschen einsammeln und wieder in das System zurückführen und damit auch noch Geld verdienen – es sind, wenn man so will, Stützen unserer Gesellschaft und sie bekommen, so meine Vermutung, noch nicht einmal Hartz IV… )

Vielleicht möchte man aber auch diejenigen verunsichern, die sich erst eine Job suchen müssen, bevor sie das Aufenthaltsrecht bekommen. Menschen die, wenn sie, in seinem Land mit 4 000 000 Arbeitslosen und latenter Fremdenfeindlichkeit, keine Arbeit finden, weiterhin abgeschoben werden dürfen … (oder habe ich da was falsch verstanden?) :–(
Das klingt ein wenig nach einem Schildbürgerstreich – oder nach Kalkül…

Wenn nun jemand anmerkt, dass diesem Beitrag der rote Faden fehlt, dem muss ich wohl Recht geben…

Auf jeden Fall wünsche ich allen Menschen, ob irritiert oder nicht, ob mit oder ohne Aufenthaltsgenehmigung, ein schönes Wochenende.

 

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15. November 2006 - 18:02

“Felix Nussbaum” & “Bilder, die lügen” – ein Museumsbesuch

Am Wochenende waren wir (meine Lebenspartnerin und ich) im Museum!

Um genau zu sein, wir waren im „Kulturgeschichtlichen Museum – Osnabrück“. Ein Museum das in Wirklichkeit drei oder vier oder zwei Museen ist (Gruß an Andrea) und derzeit fünf verschiedene Ausstellungen zeigt.

Ich denke der letzte Satz verlangt eine Erklärung.

Eigentlich ist es ganz einfach:
Das Felix–Nussbaum–Haus wird formal nicht zum Kulturgeschichtlichen Museum gezählt, da es sich um ein eigens für die Felix Nussbaum Ausstellung gebautes Haus handelt – auch wenn die beiden räumlich miteinander verbunden sind.
Das Akzisehaus ist zwar dem Museum zugehörig, zeigt jedoch keine Ausstellungen, in ihm befindet sich der Museumsladen.
Die restlichen beiden Häuser (das Hauptgebäude und die Villa Schlikker) sind ordinäre Museen und dem „Kulturgeschichtlichen Museum – Osnabrück“ zugeordnet – auch wenn sie räumlich von einander getrennt sind…

Aber zurück zum Thema.

Wir besuchten zwei Ausstellungen: Die Ausstellung „Felix Nussbaum“, im sogenannten Felix-Nussbaum-Haus und die Ausstellung „Bilder, die lügen“, eine Wanderausstellung der Bundeszentrale für politische Bildung.

Beide Ausstellungen sind durchaus sehenswert und passen thematisch zusammen, auch wenn beide unterschiedlich nachklingen.

Das Felix Nussbaum Haus zeigt die Bilder des Osnabrücker Malers Felix Nussbaum, der 1909 geboren und 1944 in Auschwitz ermordet wurde. Die Bilder dokumentieren einerseits, den Werdegang des Malers, und zeigen auf der anderen Seite, die schiere Unerträglichkeit des Lebens eines Menschen, der Jude in der Zeit des Naziregimes war.
Das, wie schon erwähnt, eigens für die Ausstellung gebaute Haus, ist derart gestaltet, dass man zusammen mit den Bildern, die immer bedrängender werdende Lebenssituation des Herrn Nussbaum gleichsam nachfühlen kann.

„Bilder, die lügen“ zeigt Dokumente, aus der näheren und nahen Vergangenheit, die auf die eine oder andere Art, und mit dem einen oder anderen Ansinnen, verfälschend manipuliert wurden.
Ich benutze die Umschreibung „verfälschend manipuliert“, weil in der Ausstellung zwangsläufig die Frage aufgeworfen wird, ob und wann Retuschen erlaubt sind. Man kann sich darüber streiten, ob es „eine Fälschung“ ist, wenn man die Schweißflecken einer Politikerin von Fotos entfernt oder ob man ein Foto zerschneiden darf, um eine neue Aussage zu gestalten etc.etc.
Beides ist zumindest eine Veränderung der ursprünglich auf den Fotos dargestellten Realitäten.

Es ist unbedingt lohneswert diese Ausstellung zu besuchen, denn sie bringt dem Besucher in sehr gut aufbereiteter Weise nahe, wie manipuliert wurde, wird und werden kann, ohne dass es „Otto Normalverbraucher“ merkt, merken kann.

Spannend ist die Ausstellung auch insofern, als dass sie sich kaum mit Darstellungen aus der berühmt berüchtigten ZEITUNG des Springerverlages beschäftigt, sondern eher die Medien unter die Lupe nimmt, in welchen man solche Fälschungen, Manipulationen und Betrugsversuche nicht erwarten würde…

Ich denke, wenn man dort war, wird man hinterher zu einer gesunde Skepsis neigen und sich vorsichtiger Meinungen bilden lassen – denn ob wahr oder nicht, es geht doch immer nur darum, sich seine Meinung bilden zu lassen.

Weiterführende Links
Kulturgeschichtliches Museum Osnabrück
http://www.osnabrueck.de/8019.asp

Villa Schlikker
http://www.osnabrueck.de/10800.asp

Akzisehaus
http://www.osnabrueck.de/10796.asp

„Felix Nussbaum“
http://www.osnabrueck.de/10508.asp

http://de.wikipedia.org/wiki/Felix-Nussbaum-Haus

„Bilder, die lügen“
http://www.bpb.de/veranstaltungen/QF3IQQ,0,0,Bilder_die_l%FCgen.html
http://www.osnabrueck.de/19330.asp

 

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Autor: Dirk Mochalski
 


14. November 2006 - 18:40

Fahrbericht BMW R 1200 GS

Als sie vor mir stand, die „Vielgepriesene“, konnte ich meine Überraschung kaum unterdrücken. Die Akzeleration ist in den letzten Jahren anscheinend ungemein schnell fortgeschritten, und BMW hat ihr offensichtlich Rechnung getragen. Komisch nur, dass das typisch BMW Klientel eigentlich 10 (ok 5 …) Jahre älter ist als ich und aus diesen Gründen eigentlich noch gar nicht davon betroffen sein sollte. Der Versuch einer Erklärung könnte lauten:
BMW baut nur für große Menschen und das schlägt sich auch in der Körperlänge nieder… (aber das klingt etwas fadenscheinig)

Wie dem auch sei, ich war nicht beim “Freundlichen” (BMW Händler), um über BMWs Verhältnis zur Größe des Durchschnittsmenschen zu philosophieren, sondern um Motorrad zu fahren.

- dachte ich mir -

Der – „da-fahr`n-Sie-gleich-mal-ein-wirklich-gutes-Motorrad…“ – Verkäufer (selber einen Kopf kleiner als ich) sah mich von unten bist oben an, grinste unverhohlen und sagte: „… stellen-wir-den-Sitz-wohl-mal-ganz-nach-unten…“

- Ich hasse diese Typen! -

Zugegeben, ich bin – mit meinen 175cm – sicher nicht der Größte. Aber, dass ich zu den Kleinsten gehöre, nachdem ich vor 10 Jahren noch der Durchschnitt war, und mir das von einem Zwerg sagen lassen muss, ist schlicht eine Frechheit. Ok, er hatte recht, “ganz unten” war genau richtig.

Persönlich beleidigt und mit leicht vorgeschobener Unterlippe, kletterte ich also auf die GS, meine Sozia bestieg den hinteren Hochsitz.
Ich ließ das Mausekino aufleuchten – eine Bemerkung meiner Sozia ging beinahe im Anlassergeräuschgewimmel unter: „Ich rutsche ja gar nicht“ – sprach sie und schubberte mit dem Hintern auf dem Sitz hin und her (bzw. versuchte es). Sie meinte den Bezug der GS-Sitzbank, welcher weitestgehend das Rutschen von Textilhosen verhindert. Das ist sehr angenehm und ein echter Gewinn.

Das Motorgeräusch war nicht gerade das, was ich als Wohlklang bezeichnen würde – es klang etwas schwach auf der Brust und leicht hohl. Das Geräusch war, nun, irgendwie dröge (bei Verständnisproblemen: Wiktionary => Dröge )

- Aber egal -

Alle Beleidigungen vergessend, ignorierend, dass ich selbst bei dieser Sitzeinstellung noch nicht mit den Fußsohlen auf den Boden kam, ließ ich, die Vorfreude langsam wieder anschwellen fühlend, den ersten Gang ins Getriebe knallen… (Ja, natürlich knallen die Gänge noch, zumindest manchmal. Allerdings muss man sie mittlerweile nicht mehr mit bitten und drängend ins Getriebe zwingen, sie gehen – fast – von alleine rein) …und fuhr los.

Die GS zeigt, wie jeder anderer Boxer auch, eine recht raue Geräuschkulisse, sicher ist sie weniger ruppig als Motorräder ihrer Art sich in den letzten Jahrzehnten gaben, aber dennoch, das raue Gefühl ist unleugbar vorhanden.
Man kann so etwas natürlich „Charakter“ nennen. Meine Meinung ist jedoch folgende:
Es gibt Motortypen, die ein ähnliches Drehmoment und eine schönere Drehmomentkurve haben. Die zudem besser klingen und deren Motoren ähnliche Kilometerleistungen erbringen wie ein BMW Boxer. Der einzig wirklich relevante Unterschied ist, dass diese anderen Motorräder nicht klingen, als habe der Mechanikerlehrling Lehren und Pfeilen in der Maschine vergessen.

Aber, wie schon gesagt: egal…

Ein später Oktobertag, laue 18 Grad, trockene Straßen, 98 Pferchen unter mir, die Frau, die ich liebe, in meinem Rücken: was will ich mehr.

Ich zügelte die Q noch ein wenig, um dem Motorrad im kalten Zustand nicht zuviel zuzumuten. Ich bin ein Warmfahrer und finde, dass man dieses auch einem geliehenen Motorrad gönnen sollte. Der Käufer des Vorführers wird`s einem danken.

Um meine Hausstrecke schnellstmöglich zu erreichen – die berüchtigte Borgloher Bergrennbahn im Teutoburger Wald – ist es notwendig, einen kurzen Weg Autobahn zu fahren. Zwar gibt es andere, landschaftlich schönere Möglichkeiten ein Motorrad Probe zu fahren, aber diese sind zu weit weg, so dass ich nicht rechtzeitig (ich hatte eine Stunde Leihzeit) zurück beim Händler hätte sein können.
Also fand ich mich damit ab, die langweiligen 10 km auf der Autobahn zu verbringen. Danach wäre die Maschine warm gefahren und bereit zu weiteren Schandtaten.

Was ich nicht erwartet hatte, war der „Einsatz“ des Motorrades in der ersten Kurve der Autobahnauffahrt: Es fiel gleichsam in die Kurve, dabei präsentierte sich mir eine gänzlich andere, als die erwartete GS. Natürlich, ich hatte es gelesen: sie sei leichtgängig – sie würde wie auf Schienen fahren – sie solle geradezu um die Kurven zirkeln – bla bla bla… all das waren die Attribute mit denen man sie, in der Fachpresse, überhäuft hatte.
Ich gebe es ungern zu und ich schäme mich auch ein bisschen, aber ich muss sagen, es stimmt:
Sie fährt sich nicht groß, nicht klobig, nicht wuchtig, sonder behände und schlank, und ja, sie zirkelt wie auf Schienen um die Kurven.

Ich musste an den vergangenen Sommer denken und verstand plötzlich, wie bestimmte „Irre“, auf eben diesem Motoradtypus auf die Idee kommen konnten, mich links und mitten in einer Kurve in waghalsiger Schräglage zu überhohlen. Das sollte nicht nur kein Problem sein auf diesem Motorrad und eventuell sogar Spaß manchen, sondern die GS lädt geradezu dazu ein, sich in die Kurven zu werfen und ein ums andere Mal in wilder Schräge die Berge hinauf und wieder herunter zu fahren.
Aber ich greife dem Geschehen vor. Ich genoss also die erste und die zweite Autobahnauffahrtkurve und trieb sie um die nächste (leider vorerst letzte) Kurve.

Wie gesagt:
Rauf auf die Bahn, langsam hin, zur 10km entfernten Abfahrt, festgestellt das der Windschutz hervorragend ist, runter von der Bahn, die Berge hochgeprescht und wieder runter.

Direkt nach Fahrtantritt stellte sich das Gefühl der Beherrschbarkeit ein. Nie hatte ich das Gefühl, die GS sei unbeherrschbar oder würde den Fahrer zu gefährlichen Manövern verleiten. Der GS muss man nicht seinen Willen aufzwingen, man muss sie noch nicht einmal bitten. Der gedachte Wunsch allein genügt und das Gefährt läuft die geplante Bahn entlang. Mann thront auf diesem Bike zwar etwas über den Dingen, aber das tut der Fahrfreude keinen Abbruch.
Das Gefühl der Sicherheit und Souveränität blieb die ganze Zeit über vorhanden. Nie überraschte mich die GS mit unvorhersehbaren Eigenschaften. Diese Maschine lässt sich nicht nur kippen und schlängeln wie man will, sondern sie hat auch Druck! Die GS zieht aus dem Keller bis hin zum roten Drehzahlbereich (der, meines Erachtens, etwas früh beginnt, aber das ist wieder eines dieser Boxerspezifika, die bei anderen Motorkonzepten angenehmer sind.)

Leider musste ich viel zu früh die Heimfahrt antreten und dieses Mal wollte ich den beschworenen und schon beschriebenen Durchzug der Maschine testen. Also rauf auf die Bahn, Beschleunigungsstreifen zum Beschleunigen benutzen, und jajaja! sie kommt gut, die Dicke. Schnell, sehr schnell, lässt sie sich auf 140 km/htreiben. Doch dann, ich wollte noch flugs an einem Benz vorbei, wirkte das Triebwerk erst zäh und dann sogar geradezu schwachbrüstig – kaum zu glauben – 160 kmh, und dann ist Schicht!
Sollte es tatsächlich so sein, dass man sich bei solch einer Geschwindigkeit mit einem 98 PS Motorrad tatsächlich von einem Mercedes das Überholmanöver versauen lassen muss? Es ist anscheinend wirklich so, das Beschleunigungspotential beschränkt sich auf eben diesen, recht kleinen Bereich von 0 bis 160kmh.
Natürlich kann die GS schneller fahren als 160 km/h und wahrscheinlich zieht sie ohne Sozia noch etwas besser, aber, ich wiege nicht gerade viel und meine Sozia ist eher ein Fliegengewicht und wenn man bei dieser BMW, den Durchzug im unteren Bereich mittels Durchzugschwächen bei höheren Geschwindigkeiten erkauft hat, so finde ich das Schade, denn dieses Motorrad ist nicht nur eine Reiseenduro, sondern sie hat auch nahezu 100 PS. Wenn ich mir ein 100PS Motorrad, voll bepackt vorstelle, dass bei 160 km/hauf der Autobahn in die Knie geht… das ist schon recht schade.

Dabei fing alles so schön an. Eine hervorragender Windschutz, die saumäßig relaxte Sitzposition, der erstaunlich kräftige Antritt der GS…

Fazit:
Sie besticht als ein hervorragend verarbeitetes Motorrad, das (typisch BMW) ruhigen Gewissens als „technische Innovation“ bezeichnet werden kann. Als solche wird sie sicher einige Augen auf sich ziehen. Diese Art von Motor muss man mögen oder nicht – dazwischen gibt es nicht viel. Für manchen stellt es einen echten Mehrwert dar, dass ein Propeller das Motorrad ziert. Man sollte diese emotionalen Faktoren beim Motorradkauf nicht unterschätzen und sich selber besser richtig einschätzen (man muss es ja nicht zugeben), um zu vermeiden, dass man hinterher kreuzunglücklich wird.
Die GS hat, was gerade zum flotten Kurvenfahren eine Wucht ist, unter herum unglaublichen Durchzug, leider geht das auf Kosten der Endgeschwindigkeit und des Durchzugs in höheren Geschwindigkeitsregionen.

Der Motor der BMW kling insgesamt etwas schwach. Allerdings sind Enduros noch nie dafür berühmt gewesen (Einzylinder mal ausgenommen) einen die Knie weich werden lassenden Klang zu haben.

Dieses Motorrad hat einen sehr guten Windschutz, der auch bei hohen Geschwindigkeiten ein „Sofagefühl“ aufkommen lässt. Das „Sofagefühl“ ist nicht zuletzt der äußerst komfortablen und antirutsch beschichteten Sitzbank zu schulden.

Unterm Strich, hat die GS einen durchaus guten Eindruck hinterlassen, als ein gut händelbares und alltagstaugliches Motorrad, mit dem man bestimmt auf Reisen gehen kann.

 

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Autor: Dirk Mochalski
 


12. November 2006 - 21:39

wie es zur Mayonnaise kam…

Manchmal stellt sich mir die Frage, wie bestimmte Dinge in der Welt wohl entstanden sind, beziehungsweise, wie ihre Entstehungs- oder Entdeckungsgeschichte wohl ausgesehen haben mag.

Zum Beispiel sind viele unserer Nahrungsmittel derart komplex, dass sie wohl kaum durch Zufall entstanden sein können. Ein klassisches Beispiel ist die Mayonnaise: Das Verfahren zur Herstellung dieser „kalten Sauce“ ist zwar nicht sehr, aber doch so komplex, dass sie nicht durch „…hups, nun habe ich das Öl in die Eier gegossen…“ erfunden worden sein kann – oder vielleicht doch?

Die Geschichte der Mayonnaise begann – vielleicht – auf der Insel Menorca, im 18. Jahrhundert

Herausfinden lässt sich, dass man die Mayonnaise wahrscheinlich

[...] zu Ehren des Eroberers [Herzog von Richelieu] anlässlich eines Festes die […] kreiert worden sein [soll]. Zumindest beanspruchen die Bewohner Menorcas die Erfindung der „Mahonesa“ für sich. Eine andere Variante lautet, dass die Mahonnese während der Belagerung aus der Not heraus entstanden ist. (Wikipediea; sub voce:„Mayonnaise“; am 12.11.2006 um 14.41 Uhr; URL: http://de.wikipedia.org/wiki/Majon%C3%A4se)

Ich muss zugeben, dass mir die Geschichte, die Soße sei zu Ehren des Herzogs von Richelieu kreiert worden, nicht gefällt.
Wahrscheinlicher oder zumindest hübscher ist, dass ein Mönch (oder besser ein Einsiedler) auf Menorca unter seinem Olivenbaum saß und sich seine tägliche Portion Eier, gebraten in Olivenöl, zubereiten wollte.
Voller Trübsinn über sein langweiliges Einsiedlerdasein, schlug er zwei Eier in seine Pfanne. Zu spät bemerkte er, dass er vergessen hatte, vorher das Öl in die Pfanne zu geben. Da er (er war nun einmal ein armer Einsiedler) nur ein Gefäß besaß, versucht er es nachträglich in die Pfanne zu tun.
Da das Öl aber nicht obenauf, sondern unter dem Ei seinen Zweck erfüllen sollte, begann er es (wie gesagt, voller Trübsinn und zusätzlich noch in Gedanken versunken) langsam in die Pfanne zu gießen und es eben so langsam unterzurühren. Als sich rührend das Öl in die Pfanne ergoss, musste des Einsiedlers Erstaunen groß gewesen sein, denn das Öl ließ sich nicht unterheben, sondern es veränderte sowohl seine Farbe als auch seine Konsistenz. Der Inhalt seiner Pfanne war nun weiß und cremig.

Braten ließ sich das Ganze allerdings nicht mehr, aber zum Wegkippen war es auch zu schade, denn er war arm und musste essen was er hatte. Also wurde die Not zur Tugend erklärt und aus den rohen Eiern mit Öl eine Sauce.

Es wurden anderen Eier gebratenen (mein Einsiedler hatte glücklicherweise noch eine zwei Eier in Reserve und fand, oh Wunder, dann doch noch ein weiteres Gefäß in seiner unaufgeräumten Junggesellenküche) und mit der Sauce bestrichen.

Meine Lebensgefährtin lehnt jedoch vehement Spiegelei mit Mayonnaise ab „…dass ist ja ekelig…“ und schlägt in ihrer Version vor:
„…er röstet sich ein Brot und tunkt es in die Sauce.“
Das “weitere Gefäß” in der „Junggesellenküche“ hält sie übrigens für „… an den Haaren herbeigezogen…“

Mein alternatives Ende und Kompromiss:
Also schlachtete er seinen „Eierlieferanten“, briet das Huhn kräftig durch, tunkte es in die Mayonnaise und fand das Ganze sehr lecker.
In Ermangelung weiterer Lebensmittel (wer will sich schon ausschließlich von Oliven ernähren – das Huhn hatte ja das Zeitliche gesegnet) ging er in die weite Welt hinaus, wurde Koch, kam zum Hofe und überraschte alle Untertanen und seinen neuen Herzog mit einer pfiffigen Saucenkreation aus rohem Ei und Öl und wurde dessenthalben reich und berühmt!

So wurde, meiner Meinung nach, die Mayonnaise erfunden.

 

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11. November 2006 - 23:45

warum ich hier schreibe

“Wozu diese Seiten?”

Ich habe eine nahe Verwandte, die fragte mich einmal – voller Unverständnis – wozu man, als Privatmensch, eine Internetseite produzieren solle.

Es fiel mir schwer eine Antwort auf diese Frage zu finden, denn ich werde weder reich dadurch, noch habe ich etwas derart Wichtiges mitzuteilen, dass es unbedingt der Welt zur Verfügung gestellt werden müsste.

Es ist einfach so, dass ich gern schreibe, nicht oft, nicht viel, doch das Gestalten mit Worten macht mir Spaß, genau so wie ich gerne Bilder male.

Wenn man schreibt oder malt oder etwas anderes herstellt, das keinen Zweck erfüllt, so benötigt man zumeist einen „Anderen“ für den man es herstellt. Dieser „Andere“ kann man selber sein, zum Beispiel wenn man sich einen Einkaufszettel schreibt. Zumeist ist man es jedoch nicht selbst. Der Andere braucht nichts davon zu wissen, es wäre sogar denkbar, dass er noch nicht einmal existieren muss, um seinen Zweck zu erfüllen: Er dient als Gegenüber, als Kommunikationspartner.

Die, wie auch immer geartete, kreative Leistung ist nicht nur ein „Selbstausdruck“, sondern sie muss wahrgenommen werden oder potentiell wahrgenommen werden. Ganz ähnlich der Art, wie eine Person mit anderen Menschen in Kontakt tritt, indem sie sich auf eine bestimmte Art kleidet. Die Kleidung dient der Kontaktaufnahme. Es ergäbe keinen Sinn sich anders als rein praktisch zu kleiden, wenn man die Kleidung nicht zur Kommunikation benutzen wollte.

Diese Internetseite hat sehr viel mit (wohl gewählter) Kleidung gemein. Ich will damit kommunizieren, ich will das von mir Dargestellte veräußern, es ausstellen, damit jemand die Chance bekommt, es zu sehen, es sich gefallen zu lassen oder es schlecht zu finden. Damit ich mich – auch weiterhin passt der Vergleich mit einem Kleidungsstück – mit dem von mir Produzierten wohl fühle, damit meine Taten einen Sinn ergeben, muss die Chance bestehen, dass jemand sie zu Gesicht bekommt. Natürlich wäre es schöner, wenn sie tatsächlich gesehen und gelesen würden, aber es ist völlig ausreichend, dass die reine Möglichkeit dazu besteht.

Denn, wenn meine Worte nur in den Raum gesprochen oder ins Wasser geschrieben würden, wären sie niemals existent gewesen und dann gäbe es keine Notwendigkeit sie zu sagen oder zu schreiben. Diese Notwendigkeit aber, will ich mir schaffen, darum veröffentliche ich hier.

 

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10. November 2006 - 22:31

Nachruf

Am 20.10.2001 schrieb ich:

Nachruf

- auf Einen, den es (fast) nicht gab

Jeder, der Philosophie [in Osnabrück] studiert oder aus anderen Gründen in die Nähe des Gebäudes 46 – des Philosophiesekretariates – kam, hat ihn sicher gesehen:

Ein Mann, ca. 180 cm, langer grauschwarzer Bart, grauschwarze Haare, unansehnlich, leise vor sich hin murmelnd. Ich sah ihn mal auf einer Bank sitzend, mal unter dem Balkon, mal in einem Gebüsch liegend – schlafend.

Wer den Versuch machte, mit ihm in Kontakt zu treten, ihm ein freundliches „Hallo“ oder „Schöner Tag heute“ zuwarf, konnte erleben, wie angstzerfressen ein Mensch sein kann:

Er riss die Augen auf, starrte und lief davon…

Eine Freundin erzählte mir, dass er einmal neben ihr und ihrem Hund an einer Ampel stand, und sagte: „Schöner Hund.“ Dieses Mal war es meine Freundin, die perplex staurrte und kein Wort herausbrachte, denn dieses waren die ersten Worte, die sie je aus seinem Mund vernahm…

Ich selbst habe nur wenige Male versucht ihn anzusprechen, ihn zu grüßen – mit dem eben beschriebenen Erfolg.

 

Später beschränkte ich mich darauf ihn zu sehen, meine Gedanken, meinen Gruß, nicht auszusprechen und weiterzugehen…

[…]

Dieser Mann, vielleicht 30 – 40 Jahre alt, ist nun gestorben.

Ich weiß nicht, was das ausmacht.

Wahrscheinlich wenig, denn niemand kannte ihn gut, jeder sah ihn zwar, die meisten gingen wahrscheinlich achtlos an ihm vorüber.

Ich will mich hier nicht in Spekulationen über ihn verlieren. Darum werde ich lediglich versuchen, einige Gedanken zu erfassen und ihnen Form zu geben:

Ich hatte sie wenn ich ihn sah. Meist war ich auf dem Weg zu meiner „Wohnung“ oder zu meinen „Freunden“. Ich war dabei meinen Tag zu vollenden. Er trat wahrscheinlich seinen Gang in den Unikeller [ein Kneipe] an, um dort einen Kaffe zu trinken (vielleicht bekam er ihn umsonst), um danach sein „Bett“ unter dem Balkon des Gebäudes 46 einzunehmen.

Was treibt mich über ihn zu schreiben? Was bringt mich dazu, Gedanken an diesen Menschen, außerhalb unserer Gesellschaft und doch in ihr existierend, zu verschwenden?

 

Jedes Mal, wenn ich ihn sah, ergriff mich eine große Hilflosigkeit. Ich war hilflos, weil er da stand, wo ich nicht war. Nicht sein wollte. Wir standen gleichsam in verschiedene Welten, die als eine existierten und dennoch nicht zu durchdringen waren. Er war dort wo ich nicht sein wollte. Und doch, mit nur ein bisschen Pech, war und ist es mir ohne weiteres möglich, in seine Fußstapfen zu treten und seiner Wege zu gehen.

Natürlich, jetzt mag mancher sagen, dass man sich nur ein wenig Mühe geben, nur halbwegs vorsichtig sein muss, und man läuft nicht so einfach Gefahr dort zu landen, wo dieser Mann war: außerhalb, ausgetreten, ausgestoßen.

Und doch – wer hat sie noch nicht gesehen, die vielen Männer und Frauen in Osnabrücks Innenstadt und am Bahnhof, die, die betteln oder die Zeitung „Abseits“ verkaufen….

 

Ich selbst kannte einmal einen Mann, Manni nannte er sich, ein Arbeitskollege von mir, ein weichherziger guter Mann, von der Straße kommend, aufgenommen von einer Frau die ihn liebte und er liebte sie. Doch war es nur ein kleiner Schritt für ihn wieder dort zu landen wo er herkam. Langsam, zuerst fast unbemerkt, fiel er in den Abgrund der sich Alkoholismus nennt, um dann, als es zu spät war, Frau, Kind und Job zu verlieren und zu spät zu bemerken: „Ich kann nicht ohne ihn, den Alkohol, und es kostet mich das Leben….“

 

Ich weiß nicht wem man die Schuld an solchen Schicksalen geben kann, doch es ist zu einfach sie nur bei den Betroffenen zu suchen. Denn es lässt sich leicht feststellen: Es sind zu viele Menschen, als dass jeder einzelne die Schuld daran tragen könnte zu sein, wo er sich befindet und was er ist.

Ich kann mir mittlerweile nicht mehr vorstellen, nachdem ich einige von „diesen“ Menschen kannte, dass sie es verdienen, ausgestoßen zu sein und im Rinnstein der Gesellschaft fortgespült zu werden, mittels Mechanismen, die es ihnen fast unmöglich machen zurückzukommen, den Absprung zu schaffen. Ist man erst einmal isoliert fällt es von Tag zu Tag schwerer sich gegen Menschen zu behaupten, in deren Antlitz man jeden Tag ein wenig mehr schrumpft. Ich bin mir mittlerweile sicher, das viele dieser Menschen – Obdachlose, Sandler, Penner, Säufer, Huren – nur dadurch anders sind, dass sie in ihren Herzen eine Spur zu weich geboren wurden und dadurch als krankhafte, nicht zu integrierende Menschen gelten, die es nicht Wert sind an unserem goldenen Zeitalter teilzuhaben.

Lebe wohl, Alter Mann und sei froh dass Du gestorben bist.

Klingt das zu zynisch?

Ergibt es Sinn, Zustände zu beklagen, die nun einmal so sind wie sie sind? Vielleicht nicht, vielleicht ist das aber auch die einzig mögliche Methode etwas zu erreichen, nämlich die, dass man immer wieder den Finger in die Wunde legt, um darauf aufmerksam zu machen, dass sie entzündet ist.

Manche Dinge sind kaum anders zu beschreiben, als mit einer gehörigen Portion Zynismus. Und, wenn ich jetzt, fünf Jahre später, auf die Straßen gehe, muss ich feststellen, dass es immer mehr Personen gibt, die Mülleimer durchwühlen, um ihr täglich Brot zu bekommen…

 

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